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Tolerance of difference:
Hintergründe zu diesem Thema
- Toleranz, Respekt und Akzeptanz
Wenn wir alle gleich wären, dann wäre das Leben echt langweilig!
Auf die Frage: „Sind Sie tolerant?“ würden die meisten Menschen wohl antworten: „Ja, klar!“. Aber was verstehen wir unter Toleranz gegenüber den Menschen, die wir als ‚anders‘ betrachten? Genügt es, andere einfach zu tolerieren? Ist es nicht viel besser, wenn wir andere nicht nur tolerieren, sondern auch akzeptieren?
Das Problem liegt darin, dass viele Menschen sich eigentlich nur wenig mit dem Konzept der Toleranz beschäftigen. Sie sagen: „Ich habe nichts gegen andere (Kulturen, Religionen, Menschen...), solange sie mich nicht stören.“ Ist das aber echte Toleranz, oder könnte man das genauer als Ignoranz beschreiben? Es ist leicht, tolerant gegenüber anderen zu sein, wenn man sie nicht wirklich akzeptiert. Was ist also echte Toleranz?
„Bloßes Ignorieren ist noch keine Toleranz“ (Theodor Fontane 1819‑1898, deutscher Schriftsteller). Das Problem der Ignoranz kann man nur lösen, wenn man sich traut, andere zu verstehen und die Grenzen im eigenen Kopf abzubauen. Nur dann kann man akzeptieren, dass es andere Sichtweisen gibt, die man anhören kann, ohne sie selbst übernehmen zu müssen.
Toleranz, Respekt, Akzeptanz und Mitleid lassen sich nicht einfach trennen. Man muss vor allem Respekt voreinander haben, denn jeder hat das Recht, so zu leben, wie er es für richtig hält.
Möchten Sie zu diesem Thema Zitate und Gedanken von berühmten Leuten lesen? Dann klicken Sie hier:
http://www.toleranz.eisenachonline.de/ 
Hier ein Beispiel dieser Website von Martin Luther King: Wir haben ein stattliches Haus geerbt, ein großes ‚Welthaus‘, in dem wir zusammen leben müssen - Schwarze und Weiße, Menschen aus dem Osten und dem Westen, Heiden und Juden, Katholiken und Protestanten, Moslems und Hindus, eine Familie, die in ihren Ideen, ihrer Kultur und ihren Interessen übermäßig verschieden ist und die - weil wir nie mehr ohne einander leben können - irgendwie lernen muss, in dieser großen Welt miteinander zu leben. (Nobelpreisrede 10.12.64)
- Was heißt echte Toleranz?
Ein toleranter Mensch geht mit offenen Augen durch die Welt.
Die Definition von ‚Toleranz‘ wird oft diskutiert. Doch vor allem verstehen wir unter diesem Wort Offenheit, Mitgefühl, Geduld und Fairness denjenigen gegenüber, deren Meinung und Sitten anders als unsere eigenen sind. Toleranz ist die Einsicht, dass es andere Perspektiven gibt, die auch gültig sind, auch wenn man sie nicht teilt. Ein toleranter Mensch sieht ein, dass jeder Mensch die Welt aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet. Toleranz ist somit auch die Einsicht, dass man selber in den Augen anderer Menschen manchmal als ‚anders‘ gelten könnte.
Aufgabe 1 (Activity 1)
Wie ist Ihre Meinung zu den folgenden Themen? Beantworten Sie diese Fragen mit ein paar Sätzen. Nennen Sie auch den Grund für Ihre Meinung.
| a) Es ist wichtig, Karriere zu machen. |
- Ja? |
Nein? |
| b) Jeder sollte früh heiraten. |
- Ja? |
Nein? |
| c) Ich bin strikt gegen Schönheitsoperationen. |
- Ja? |
Nein? |
| d) Ein generelles Alkoholverbot für Jugendliche unter 21 Jahren wäre eine gute Idee. |
- Ja? |
Nein? |
| e) Es ist wichtig, zu einer Clique zu gehören. |
- Ja? |
Nein? |
| f) Jeder soll eine große Leidenschaft im Leben haben (z.B. die Umwelt, Fußball, usw.). |
- Ja? |
Nein? |
| g) Es ist wichtig, politisch engagiert zu sein. |
- Ja? |
Nein? |
| h) Graffitikünstler sollten bestraft werden. |
- Ja? |
Nein? |
| i) Reality-Shows sind unterhaltsam. |
- Ja? |
Nein? |
| j) Es ist mir wichtig, Australier/In zu sein |
- Ja? |
Nein? |
Nun teilen Sie Ihre Meinungen mit einem Mitschüler/einer Mitschülerin. Haben Sie ähnliche Meinungen, oder sind Sie völlig entgegengesetzt? Auf jeden Fall werden Sie hoffentlich akzeptieren, dass jeder ein Recht auf seine eigene Meinung hat – allerdings ohne einander zu kränken!
- Stereotypen – Klischee oder Wirklichkeit?
Stereotypen sind nur Bilder in unseren Köpfen.
“Alle Menschen sind gleich” – eine These, die man schon in der Grundschule lernt, aber eine These, die fast täglich ignoriert wird.
Wir alle kennen Stereotypen: „Die Deutschen sind sehr ordentlich.“ „Die Italiener sind romantisch.“ „Australier sind sehr locker.“ Die Beispiele sind scheinbar endlos. Selbst positive Behauptungen wie diese sind schon Vorurteile – man nimmt an, dass alle Deutschen ordentlich sind, alle Italiener romantisch, usw. Übrigens sind es nicht nur nationale Eigenschaften, die leicht als ‚typisch‘ angesehen werden.
Wir erleben unsere Umwelt immer aus der Sicht unserer eigenen Kultur, so wie wir sie erlernt haben. Menschen anderer Kulturen und Herkunft bzw. anderer Religionen und Glauben haben andere Regeln erlernt. Sie leben nach anderen Maßstäben und Traditionen, nach anderen Werten und Normen.
Es kann also sein, dass Stereotypen uns manchmal helfen, uns in einer völlig ungewohnten Situation zurecht zu finden. Wir verlassen uns auf Stereotypen aus Angst vor dem Unbekannten, weil wir den Anderen und sein Verhalten mal wieder absolut nicht verstehen können.
Wie können wir lernen, andere nicht einfach als Stereotypen anzusehen? Welche Erfahrungen könnten uns helfen, Brücken zu anderen Menschen zu bauen?
Aufgabe 2 (Activity 2)
- Was glauben Sie wird im Ausland als ‚typisch australisch‘ angesehen?
- In wie fern sind diese Aussagen oder Stereotypen wahr?
Wenn Sie Interesse an diesem Thema haben, klicken Sie hier:
http://www.focus.de/wissen/bildung/deutsch/stereotype_aid_21930.html
(„Was ist typisch Deutsch?“ In diesem Test können Sie überprüfen, ob Sie Stereotypen auf den Leim gehen!)
Wenn Sie Vokabeln zu diesem Lesestück brauchen, klicken Sie hier: Vokabeln für „Was ist typisch Deutsch?“.
Aufgabe 3 (Activity 3)
Lesen Sie die Kurzgeschichte „Ein netter Kerl“ von Gabriele Wohmann. Diese berühmte Kurzgeschichte macht am Beispiel einer scheinbar ‚normalen‘ Familiensituation deutlich, wie ein Gast, der Freund der Tochter, nur nach seinem Aussehen beurteilt wird. Ohne Rücksicht auf die Gefühle der Tochter zu nehmen, machen die Familienmitglieder sich ein falsches Bild von dem Mann, und das nur aufgrund bestehender Stereotypen.
Klicken Sie hier um die Kurzgeschichte zu lesen:
http://www.schroedel.de/gymnasium/deutsch/deutsch_s2_kompetenzen/pdf/Zusatztext_Gabriele_Wohmann.doc 
Wenn Sie Vokabeln zu diesem Lesestück brauchen, klicken Sie hier: Vokabeln für „Ein netter Kerl“.
- Woher kommen Vorurteile? / Sind wir nicht alle gleich?
Obwohl wir aus anderen Ländern kommen und verschiedene Hautfarben haben, haben wir doch alle rotes Blut.
Manchmal entstehen Vorurteile aus mangelndem Wissen, beispielsweise über andere Religionen oder Nationalitäten. Warum fühlen sich einige Menschen manchmal bedroht, wenn sie einem Ausländer begegnen? Ist es vielleicht wegen des Aussehens des Fremden? Eigentlich sind die körperlichen Unterschiede zwischen den Menschen der Welt vergleichsweise gering. Wir alle haben zwei Augen, Haare auf dem Kopf, zwei Arme und gehen aufrecht. Unsere Ähnlichkeiten sind bedeutender als unsere Unterschiede. Nein, wahrscheinlich entstehen Vorurteile aus kulturellen Unterschieden.
Unsere Kultur spielt eine große Rolle in unserem Leben und definiert, was wir für ‚normal‘ und ‚akzeptabel‘ halten. Auch wenn wir uns dessen nicht immer bewusst sind, beeinflusst unsere Kultur unser Leben, z.B. unseren Glauben, unsere Essgewohnheiten, Schönheitsideale, usw. So hat sich im Laufe der Zeit in unserer Gesellschaft eine Skala von Bräuchen und Gewohnheiten, die wir akzeptieren, herausgebildet. Wir können ein Problem mit Toleranz haben, wenn wir mit Dingen konfrontiert werden, die am Rande oder sogar außerhalb dieser Skala liegen.
Aufgabe 4 (Activity 4)
Lesen Sie die unterhaltsame Kurzgeschichte von Federico de Cesco „Spaghetti für Zwei“, die erzählt, wie falsche Annahmen zu unerwarteten Konsequenzen führen können.
Klicken Sie hier um die Kurzgeschichte zu lesen:
http://www.fri-tic.ch/psfiles/1975/spaghetti_text.pdf 
- Minderheiten
Wir haben alle das Recht auf Verschiedenheit.
In jeder Gesellschaft gibt es Minderheiten. Diese Gruppen wollen nicht immer von der Mehrheit assimiliert werden, haben jedoch dasselbe Recht auf Gleichberechtigung und Freiheit wie jeder andere. Trotzdem zählen noch immer viele Minderheiten zu den besonders benachteiligten Gruppen der Gesellschaft. Muss das aber sein?
Aufgabe 5 (Activity 5)
- Welche Gruppen zählen Ihrer Meinung nach zu Minderheiten? Als ersten Schritt schreiben Sie eine Liste.
- Diskutieren Sie die folgenden Fragen mit Ihren Mitschülern/Innen.
- Werden diese Gruppen heute generell akzeptiert oder liegen sie außerhalb der Toleranzskala?
- Brauchen sie Schutz und Unterstützung?
- Haben sie das Recht auf Akzeptanz ihrer Andersartigkeit?
- Was können wir tun, um ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen?
- Stellen Sie sich eine Situation vor, in der Sie selbst zu einer Minderheit gehören (z.B. als Australier/In in einem fremden Land). Ist Ihnen so etwas schon passiert? Wie haben Sie sich gefühlt?
Mitglieder von Minderheitsgruppen müssen oft Schwierigkeiten durchmachen und werden dadurch zur Inspiration für alle. Hier einige Beispiele:
- Im Jahr 2008 wurde Geschichte geschrieben, als Barack Obama als erster Afroamerikaner zum Präsidenten gewählt wurde. Amerika hat damit einen großen Schritt getan, Verschiedenheit in der politischen Führung zu akzeptieren. Als Präsident vertritt Barack Obama alle Amerikaner - Schwarze, Weiße, Asiaten und Lateinamerikaner.
- Trotz seiner schweren Krankheit zählt der englischen Physiker Stephen Hawking zu den bekanntesten Wissenschaftlern aller Zeiten. Obwohl er schwer behindert ist und mit einem Sprachcomputer kommunizieren muss, ist Hawking lebendiger Beweis dafür, dass mit starkem Willen alles möglich ist. Hawking hat so viel durchgemacht und doch nie den Mut verloren.
Für manche Menschen, die behindert sind, ist der Weg durchs Leben nicht immer einfach. Doch ihr Beispiel inspiriert uns und zeigt, dass eine positive Einstellung viel wichtiger als körperliche Eigenschaften ist.
Wenn Sie Interesse an diesem Thema haben, klicken Sie hier:
- Die Zeiten ändern sich
Wenn wir von Globalisierung sprechen, ist ‚interkulturelle Kompetenz‘ ein Pluspunkt für die Zukunft.
Durch Einwanderung und Integration wird Deutschland wie viele andere Länder langsam aber sicher zu einer multikulturelleren Gesellschaft.
Das Deutschland von heute ist eine Einwanderungsgesellschaft, und mit einem Lebenspartner aus einem anderen Land kann man eine andere Kultur intensiver kennen lernen. Und die Kinder haben die Gelegenheit, zweisprachig aufzuwachsen und andere Perspektiven kennen zu lernen.
Wenn Sie Interesse an diesem Thema haben, klicken Sie hier: http://www.goethe.de/z/jetzt/dejzu116/dejzu116.htm
(„Eine Website zur Verständigung“. Eine neue deutsch-arabische Website von und für Jugendliche aus Deutschland.)
Wenn Sie Vokabeln zu diesem Lesestück brauchen, klicken Sie hier: Vokabeln zur „Eine Website zur Verständigung“.
- Die Generationskluft
Trotz Altersunterschied sind auch Gemeinsamkeiten zwischen den Generationen zu entdecken.
Eine andere Kategorie wäre die Generationskluft – ein Problem, das so alt ist wie die Menschheit. Jede Generation will das Rad neu erfinden und so gibt es immer Konflikte zwischen Jung und Alt – zwischen jugendlichem Enthusiasmus und erwachsener Erfahrung.
Obwohl es aber nicht immer leicht ist, Gemeinsamkeiten zwischen den Generationen zu entdecken, denken Jugendliche und Erwachsene eigentlich in vielen Dingen sehr ähnlich. Es bringt viele Vorteile, eine Brücke zwischen den Generationen zu bauen.
Wenn Sie Interesse an diesem Thema haben, klicken Sie hier:
http://www.gutenachrichten.org/ARTIKEL/gn05ma_art6.htm
(Wie gut kennst du deine Großeltern?)
Wenn Sie Vokabeln zu diesem Lesestück brauchen, klicken Sie hier: Vokabeln zu „Wie gut kennst du deine Großeltern?“.
- Mobbing auf dem Schulhof – muss das sein?
Sagen Sie „Nein!“ zu Mobbing! Alle Menschen haben das Recht auf ein friedliches Zusammenleben.
Muss man Mobbing als ‚eine Tatsache des Lebens‘ und als einen unvermeidlichen Teil des Erwachsenwerdens ansehen? Nein, ganz im Gegenteil. Zum Mobbing gehören immer drei: einer, der mobbt, einer, der sich mobben lässt, und der, der nichts dagegen unternimmt!
Wenn wir alle den Mut hätten, Verständnis für andere zu haben und sie in jedem Fall zu unterstützen, gäbe es keine Mobbingopfer mehr und jeder könnte sein Leben in Ruhe und Frieden leben.
- 50 Jahre Gleichberechtigung – die traditionellen Rollen der Frauen haben sich verändert
Menschen sind gleichberechtigt, wenn sie alle die gleichen Rechte haben.
Vor 50 Jahren hatten in Deutschland die Männer in der Berufswelt und auch zu Hause das letzte Wort. Dann kam im Jahre 1949 das Gleichberechtigungsgesetz. Sind die Frauen nun aber tatsächlich gleichberechtigt?
Wenn Sie Interesse an diesem Thema haben, klicken Sie hier: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,561477,00.html
(Fünf erfolgreiche Frauen aus verschiedenen Generationen erzählen, wie sie diesen Wertewandel erlebt haben und wo die Gleichberechtigung heute steht.)
Aufgabe 6 (Activity 6)
Das Thema Tolerance of difference kann man sowohl mündlich als auch schriftlich diskutieren. Zusammen mit ein paar Mitschülern/Innen diskutieren Sie das folgende Thema:
„In unserer Gesellschaft sind alle gleich – es gibt keine sozialen Unterschiede, keine Hierarchie.“ Was meinen Sie?
“In our society everyone is the same – no social differences, no hierarchy.“ What is your opinion?
Schritte zur schriftlichen oder mündlichen Ausarbeitung der Diskussionsthemen:
- Entscheiden Sie sich, wie Sie das Thema angehen wollen, z.B. die Aussage stimmt/stimmt überhaupt nicht/stimmt nur zum Teil…
Decide how you want to approach the topic, e.g. the statement is correct, absolutely incorrect, only partly true…
- Suchen Sie den Standpunkt aus, den Sie mit Beispielen/Beweisen am besten belegen können.
Choose the approach that you can best support.
- Entwickeln Sie Ihre Argumentation um die drei/vier wichtigsten Punkte, und unterstützen Sie Ihre Argumente mit schlüssigen Beweisen.
Develop your line of argument around your three/four most important points and ensure that you support everything you say.
- Achten Sie darauf, dass Ihre Argumente sich immer auf die Frage beziehen.
Ensure that your arguments remain closely related to the question.
- Ordnen Sie Ihre Argumente, damit Sie einen logischen Aufbau schaffen.
Put your arguments into a logical, cohesive order.
- Überlegen Sie sich ein paar geeignete Einleitungs- und Schlusssätze zum Thema.
Think of a few sentences of introduction and conclusion, appropriate to the topic and your point of view.
- Präsentieren Sie Ihre Antwort (schriftlich oder mündlich).
Present your response either orally or in writing.
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